Wir sehen hin!

 

 In unserer Gemeinde gibt es immer wieder Beanstandungen im Bereich Umwelt- und Naturschutz.

Entweder werden wir selbst darauf aufmerksam oder die Probleme werden von Bürgern an uns herangetragen.
Das sind beispielsweise unzulässige Baumfällaktionen, Probleme bei Krötenwanderungen, mutwilige Umweltzerstörungen usw.

 

Wir sind bestrebt, im jeweiligen Bereich Lösungen, zumindest jedoch Verbesserung, zu erreichen.

 

 


aktuelle Probleme

Rallye Saar-Ost auf dem Naturerlebnisweg

Der MSC Schiffweiler will im November 2018 die Rallye Saar-Ost durchführen. Ausgangspunkt ("Basislager") soll die Mühlbachhalle sein. Die Rallye führt über ca 100 km. Eine Wertungsprüfung soll auf dem Naturerlebnisweg in Schiffweiler stattfinden. Der Ortsrat Schiffweiler hat die Durchführung schon "abgenickt"; entschieden darüber aber wird im Gemeinderat bzw Umweltausschuß.

 

Der NABU Schiffweiler lehnt die geplante Durchführung der Rallye Saar-Ost auf dem Naturerlebnisweg strikt ab. Er wendet sich auch grundsätzlich gegen eine solche Veranstaltung in Schiffweiler. Die Rallyes sind unverantwortbar in Zeiten von Abgas-Skandalen und drohenden Fahrverboten wegen zu hoher Feinstaub-Belastungen!

 

Auf der Mitgliederversammlung am 10.04.2018 wurde diesbezüglich einstimmig  ein Protestschreiben verfasst, das allen Fraktionen im Gemeinderat zugeleitet wurde.

 

Hier der Wortlaut:

 

Der Natur-Erlebnis-Weg ist keine Rennstrecke!

 

Die Gemeinde Schiffweiler, die Gruppe Schiffweiler des Naturschutzbundes (NABU) Deutschland und der Ortsrat Schiffweiler sind sich laut Vereinbarung vom 24. November 2016 darin einig, „dass der Natur-Erlebnis-Weg ein wichtiges Element der Naherholung im Ortsteil Schiffweiler ist.“ Dann sollten sie auch gemeinsam Front machen gegen das Vorhaben des MSC Schiffweiler, ausgerechnet dort „mit Vollgas“ die Rallye Saar-Ost im November durchzuführen!

Erholung ist für uns Naturschützer/innen verbunden mit Ruhe und Gelassenheit, mit Muse, Entschleunigung und Gesundheit – also dem genauen Gegenteil dessen, was der MSC Schiffweiler dort vorhat. Deshalb geht es nicht darum, dass einige Informations-Tafeln versetzt werden müssen, sondern vielmehr ums Grundsätzliche: Rallyes sind unverantwortbar in Zeiten von Abgas-Skandalen und drohenden Fahrverboten wegen zu hoher Feinstaub-Belastungen!

„Jeder soll nach seinen Möglichkeiten zur Verwirklichung der Ziele und Grundsätze des Naturschutzes beitragen und sich so verhalten, dass Natur und Landschaft nicht mehr als nach den Umständen unvermeidbar beeinträchtigt werden.“ So heißt es in § 2 des Saarländischen Naturschutzgesetzes. Und die Beeinträchtigung durch eine Rallye ist vermeidbar!

Ungeachtet dessen stellt sich die Frage, warum das Logistik-Zentrum der Veranstaltung ausgerechnet in der Mühlbach-Halle eingerichtet werden soll, wo die Anwohner/innen ohnehin schon dauerhaft durch ein erhöhtes Verkehrs-Aufkommen belästigt werden. Und am Rallye-Tag wird dann die Straßenverkehrs-Ordnung außer Kraft gesetzt; es wird illegal geparkt, die Anlieger kommen nicht mehr in ihre bzw. aus ihren Anwesen, und der Motorlärm ist im gesamten Ortsteil zu hören.

Interessant zu wissen ist auch, dass kein Vorstands-Mitglied des MSC Schiffweiler in unserer Gemeinde wohnt und kaum ein Einheimischer die Rallye mitfährt. Das heißt doch, dass Auswärtige für Auswärtige hier eine Veranstaltung inszenieren, um zulasten der Schiffweiler Bürger/innen ihrem Hobby zu frönen. Und wir dachten immer, unsere Kommunal-Vertreter/innen seien in erster Linie dem Wohl ihrer Mitbewohner/innen verpflichtet!?

Angeblich sind die Menschen in Deutschland doch sehr bemüht um die Reduzierung von motorisiertem Verkehrsaufkommen, um die sparsame Verwendung von Energie, Raum und Rohstoffen sowie um die Verminderung der Umwelt-Belastungen durch Lärm, Erschütterungen, Schmutz und Schadstoffe... Und gleichzeitig legt die Bundesregierung eine verheerende Klimaschutz-Bilanz vor!?!

Die Mitglieder des NABU Schiffweiler sehen den Gemeinderat bzw. den Umwelt-Ausschuss deshalb in der Pflicht, den oben genannten Argumenten zu folgen und – wie in früheren Jahren – Rückgrat zu zeigen und ein eindeutiges und einstimmiges Veto einzulegen!


Umweltausschuss ist gegen die Rallye auf dem Striet

Der Umweltausschuss der Gemeinde Schiffweiler beschäftigte sich in seiner Sitzung am 23.04.2018 mit der Thematik „Rallye Saar-Ost“. Ungewohnt war dabei die hohe Bürgerbeteiligung, ein Zeichen für die Brisanz des Themas.

 

Die Gemeindeverwaltung hatte einen Beschlussvorschlag vorgelegt, der die Durchführung einer Motorsportveranstaltung entlang des Naturerlebnisweges ablehnte. Der Ausschuss hat diesem Vorschlag einstimmig zugestimmt. Der NABU Schiffweiler begrüßt diese Entscheidung sehr, denn man ist weitgehend dem Protest-Schreiben von dessen Mitgliederversammlung gefolgt.

 

Eine weitere Problematik der Rallye wurde von Anliegern der Mühlbachhalle aufgezeigt, denn diese ist Rallyezentrum für die Rallyesportbegeisterten. Damit einher gehen (nach den Erfahrungen des letzten Jahres) von Freitagabend bis Montagmorgen untragbare Lärmbelastungen durch ankommende und wegfahrende Fahrzeuge sowie durch feiernde Teilnehmer.

 

Hinzu kommen Park- und Sicherheitsprobleme (Feuerwehrzufahrt), und das Restaurant in der Mühlbachhalle ist während der Rallye kaum erreichbar. Dem Bürgermeister wurde eine Unterschriftenliste von Anwohnern überreicht, die sich gegen die Mühlbachhalle als Basislager der Veranstaltung wenden.

 

Es bleibt zu hoffen, dass sich die Straßenverkehrsbehörde und das Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz als genehmigende Behörden dem Beschluss des Umweltausschusses der Gemeinde Schiffweiler anschließen.

Am 25.04.2018 hat sich der Gemeinderat ebenfalls mit dem Thema beschäftigt und eine Rallye auf dem Striet einstimmig abgelehnt!

Darüber ist der NABU sehr erfreut.

Gelöst sind damit allerdings noch nicht die Probleme im Umfeld der Mühlbachhalle, falls dort nochmals das "Rallyezentrum" eingerichtet wird.
Es gibt bestimmt bessere Alternativen!


November/Dezember 2017: "Mit Kanonen auf den Rotmilan geschossen"

Naturschützer sind empört über unnötige Zerstörung einer Altholzinsel

 

Vorstands-Mitglieder der Gruppe Schiffweiler des Naturschutzbundes (NABU) Deutschland sind empört über die großräumige Abholzung eines der letzten Altholzbestände in der Gemeinde Schiffweiler an der Landstraße 297 nach Ottweiler. Erzürnt deshalb, weil darin seit 2014 ein Rotmilan-Paar erfolgreich gebrütet hat. Eigentlich eine kleine Sensation, eine Besonderheit in unserer Region. Ronald Brück, für den praktischen Natur- und Artenschutz zuständiger NABU-Beisitzer, dazu: „Keine zweite Vogelart konzentriert sich mit einem annähernd hohen Anteil ihrer Weltpopulation auf Deutschland wie der Rotmilan. Damit tragen wir für ihn eine außergewöhnlich hohe Verantwortung!“

 

Nach Aussage des zuständigen Revierförsters kam die Gemeinde mit der Abholzung dieser fast hundert Jahre alten Robinien ihrer angeblichen Verkehrssicherungs-Pflicht nach, was die Naturschützer in keiner Weise nachvollziehen können. Denn ein Teil der nunmehr gefällten Bäume stand an der Straßenböschung mit deutlicher Neigung zu einer Talsohle, aus der weitere Robinien entfernt wurden. Keiner dieser Bäume hätte bei Stürmen nach dem Gesetz der Schwerkraft auf die Landstraße fallen können. Eine solche Gefahr geht vielmehr von den auf der anderen Straßenseite stehenden Bäumen aus, die aber unversehrt blieben...

 

„Hier wurde mit Kanonen auf den Rotmilan geschossen!“, meint der NABU-Vorsitzende Peter Treitz in Abwandlung eines bekannten Sprichwortes. Er vermisst bei dieser Maßnahme die Verhältnismäßigkeit, den gesunden Menschenverstand oder – wie es im Naturschutzgesetz wiederholt formuliert ist – einen „vernünftigen Grund“. Und der stellvertretende NABU-Vorsitzende Günter Kirsch fragt, warum vor dieser zerstörerischen Abholzung nicht der Umweltausschuss angehört wurde. Oder die örtlichen Naturschutz-Beauftragten, wie es § 38 (2) des Saarländischen Naturschutz-Gesetzes vorschreibt. Man hätte sicherlich gemeinsam einen Kompromiss gefunden, um das Brutrevier der Gabelweihe – wie der Rotmilan im Volksmund genannt wird – auch für die nächsten Jahre zu sichern.

 

 

 

Die Saarbrücker Zeitung hat am 19.12.2017 und 19.1.2018 das Thema ebenfalls aufgegriffen.

 

Bericht 19.12.2017

 

Bericht 19.01.2018

Im Mitteilungsblatt 4/2018 hat der Bürgermeister darauf reagiert.

Dort räumt er ein, dass das Bruthabitat des Rotmilans mit der Abholzung zerstört wurde.

Seinen Ansichten über die Mitteilungs /informationspflicht (wer hätte wann was wissen müssen) sowie über die Notwendigkeit des Umfangs der Abholzungen kann sich der NABU in keiner Weise anschließen.

Eine entsprechende Meinungsäußerung wird im Mitteilungsblatt erscheinen.

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Info des Bürgermeisters im Mitteilungsblatt 4 / 2018
Info Bürgermeister Mitteilungsblatt 4 2
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Der Bürgermeister informierte falsch
Richtigstellung des NABU zum Thema Rotmilan
Der Bürgermeister informierte falsch.pdf
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Horstschutzvereinbarung
Leitlinien zur Errichtung von Horstschutzzonen
für geschützte Vogelarten im Saarland (u.a. für den Rotmilan)
Horstschutzvereinbarung_Endversion.pdf
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Dez. 2016 / Jan. 2017: Baumfällaktion am Naturerlebnisweg und im Bereich Stennweiler

Im Bereich des Naturerlebnisweges wurden umfangreiche Fällaktionen durchgeführt. Das sieht optisch nicht schön aus, hat aber ein guten Grund:

Alte Streuobstwiesen werden durch LIK Nord wieder aufgearbeitet.

Bitte lesen Sie dazu beigefügte Erklärung.

Als NABU begrüßen wir grundsätzlich diese Entwicklung, die Art und Weise der Durchführung sehen wir aber durchaus sehr kritisch. Dazu gab es bereits Gespräche mit LIK Nord.

 

Download
Erstpflege alter Streuobstwiesen
... als Voraussetzung für die Rückkehr des ehemaligen Artenreichtums
LiK Nord Baumfällung am Striet.pdf
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ältere Probleme

2015: Quad-Rennen im Bereich des Kohlwaldaufstiegs

Der Bereich des ehmalgen Absinkweihers an der Halde Kohlwald ??? hat sich zu einem Biotop für viele, auch seltene Tier- und Pflanzenarten entwickelt.

Leider wurde der Bereich von rücksichtslosen Quad- und Motorradfahrern wohl zum Abenteuerspielpaltz umfunktioniert. Dabei wurden erhebliche Umweltschäden angerichtet.

Mittlerweile wurde vom NABU (gemeinsam mit LiK Nord) der Zugang zu diesem Bereich für Fahrzege gesperrt.

Zudem wurden Tümpel und sonstige Rückzugsgebiete angelegt, um der Natur wieder eine Chance zu geben.